Zwangs oder Teilungsversteigerung???

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Moderator: Alfred_Hilbert

Ben
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Zwangs oder Teilungsversteigerung???

Beitragvon Ben » 11.09.2022, 16:56

Hallo Community,

ich habe aus triftigen Gründen beim Gericht nach einer Scheidung eine Teilungsversteigerung beantragt und die Bank hat parallel eine Zwangsversteigerung beantragt, beides weil die Gegenseite keine Einigung/ Lösung wünscht. War weder an einer Verlängerung des Kredit einverstanden, daher die Zwangsversteigerung seitens der Bank, noch war sie ein einer gütlichen Lösung interessiert, sie zahlt mich aus, kann übernehmen, ich zahle sie aus , ich bleibe drin, daher von meiner Seite aus die Teilungsversteigerung. Jetzt nach langem hin und her habe ich bezüglich der beiden Varianten, Teil und Zwangsversteigerung Post vom Amtsgericht erhalten.
Welche Variante wäre für mich besser mit der Intention das das Objekt zu behalten?
Im Grundbuch sind 135K eingetragen.
Verkehrswert wurde auf 300K festgelegt.
Wenn ich es kaufen möchte, wieviel muss ich bieten?
Bei der TV bekommt man bei wieviel % des Verkehrswertes den Zuschlag?
Bei der TV müssen ja m.E. auch die eingetragenen Grundschulden, in dem Fall 120K übernommen werden, muss ich diese auch übernehmen oder wir nehmen an ich erhalte den Zuschlag bei 270K davon müssen 100K für die offenen bei der Bank bezahlt werden und den Rest durch beide Parteien und muss ich meine Hälfte auch vorab zahlen?.
Bei der Bank sind ca. 100K offen.
Sind beide im Grundbuch eingetragen 50/50.
Welche Variante wäre für mich besser? Wie kann ich dann dementsprechend diese Variante auswählen, evt. das ich bei der nicht gewünschten Variante einen Einspruch einlege und dann automatisch die andere und gewünschte Variante zum Tragen kommt ?
Viele offene Fragen danke für die Hilfe und Geduld vorab.

Addi
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Re: Zwangs oder Teilungsversteigerung???

Beitragvon Addi » 11.09.2022, 18:55

Ein Wahlrecht liegt natürlich nicht bei Ihnen.
Das ist Aufgabe des Gerichts dies eigenständig zu regeln.
Wird zunächst die ZV durchgeführt, bleibt das Grundpfandrecht der Bank nicht mehr bestehen, Sie haben keine Berechnungsprobleme und ein Überschuss am Erlös würde den beiden Ex- Eigentümern zugeteilt.
Und die TV wäre damit erledigt, weil die alte Eigentümergemeinschaft nicht mehr besteht…..

Wird zunächst die TV durchgeführt und das Grundpfandrecht bleibt bestehen, ist dieses direkt gegenüber der Bank in voller Höhe auszugleichen, hinsichtlich des nicht mehr valutierenden Teils besteht dann ein Rückgewährsanspruch der beiden alten Eigentümer gegenüber der Bank….
Den Zuschlag bekommt immer der Meistbietende, Spekulationen über die Höhe des Meistgebotes führen zu keiner befriedigenden Antwort, weil diese derzeit bei interessanten und werthaltendere Immobilien meist über dem VW liegen….

Ben
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Re: Zwangs oder Teilungsversteigerung???

Beitragvon Ben » 14.09.2022, 11:29

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Darf ich denn bei der ZV auch mitbieten?
Und sehe ich es richtig, das bei einer TV die Grundschuld zusätzlich zu dem Bargebot auch bezahlt/ übernommen werden muss? Dann wäre doch eine TL falls ein Dritter es kaufen sollte für mich finanziell besser oder ?

Addi
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Re: Zwangs oder Teilungsversteigerung???

Beitragvon Addi » 14.09.2022, 16:53

Zunächst, jede partei-und prozeßfähige Partei darf in Deutschland mit bieten….

Ob ZV oder TV es bleibt sich eigentlich gleich, weil beim Bestehen bleiben der Grundschuld diese richtigerweise neben dem Bargebor mit übernommen und irgendwie letztlich auch aus/abgelöst werden muss. Entweder gegenüber der Bank als Sicherungsnehmer, wenn diese noch valutuiert oder an den Schuldner/Eigentümer, wenn diese sich in eine Eigentümergrundschuld umgewandelt hat….

Bei der ZV ist diese zunächst nicht mit auszubieten, wenn hieraus betrieben wird und diese somit erlischt, aber dann liegen die Meistgebotes auch deutlich höher als bei einer TV und übersteigen meist den VW….


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