Zwangsversteigerung eines 1/2 ideellen Miteigentumsanteil

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Moderator: Alfred_Hilbert

Vicky
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Zwangsversteigerung eines 1/2 ideellen Miteigentumsanteil

Beitragvon Vicky » 27.05.2022, 15:45

Hallo , ich benötige einige Auskünfte / Tipps zur einer ZV eines 1/2 ideellen hälftigen Miteigentumsanteil an einem Zweifamilienhaus wo wir die betreibenden Gläubiger sind. Der andere 1/2 Anteil gehört uns wurde von der Frau (Ehescheidung / Streit) mit notariellen Vertrag erworben.

Frage zum Grundbuch : Es ist eine Grundschuld auf dem gesamten Objekt von der SPK eingetragen die aber schon lange nicht mehr valutiert haben wir Schrift.von der SPK erhalten , des Weiteren hat uns die Ex-Frau ihre Rückgewähransprüche abgetreten , die Rückgewähransprüche von Ihrem Ex-Mann (Schuldner) wurden von uns gepfändet
- kann die SPK hier eine Forderung anmelden aus der eingetragenen Grundschuld die nicht mehr Valutiert ?

- was passiert nach der Versteigerung , wird die Grundschuld von Amts wegen gelöscht?

- müssen wir als betreibende Gläubiger noch auf was achten im ZV Termin ? müssen irgendwelche Anträge gestellt werden ? weil wir ohne Anwalt sind.

- wie verhält es sich mit der 7/10 u. 5/10 Grenze können wir 5/10 Bieten oder gibt es hier Versagungsgründe seitens der Rpfl. oder können wir das betr.Gläubiger bestimmen ?

- müssen wir Sicherheitsleistung erbringen wenn wir Bieten wollen ?

- kann der Schuldner dem Verfahren noch Beitreten , ich glaube nicht oder ?

- was kann der Schuldner noch für Schwierigkeiten machen oder ist das jetzt nicht mehr möglich weil der Termin zur ZV schon fest steht ? alle Möglichkeiten wurden ja schon im vorwege versucht seitens des Schuldner
ich glaube das jetzt alle Rechtsmöglichkeiten gegen dem AG / Rpfl. erledigt sind oder ?

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Addi
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Re: Zwangsversteigerung eines 1/2 ideellen Miteigentumsanteil

Beitragvon Addi » 27.05.2022, 18:43

Nun, da ist ja sehr viel an Fragen die sie haben…..
Ich werde versuchen soweit als möglich hierauf einzugehen…


Frage zum Grundbuch : Es ist eine Grundschuld auf dem gesamten Objekt von der SPK eingetragen die aber schon lange nicht mehr valutiert haben wir Schrift.von der SPK erhalten , des Weiteren hat uns die Ex-Frau ihre Rückgewähransprüche abgetreten , die Rückgewähransprüche von Ihrem Ex-Mann (Schuldner) wurden von uns gepfändet
- kann die SPK hier eine Forderung anmelden aus der eingetragenen Grundschuld die nicht mehr Valutiert ?

Es kommt darauf an, ob diese Grundschuld bestehen bleibt, somit ins Geringste Gebot fällt und mit übernommen werden muss. Der eingetragene Darlehensbetrag wird in voller Höhe mit in das Gebot eingerechnet.
Beispiel: Grundschuld 80.000,-€ ….Ihr Bargebot 20.000,-€ = insgesamt 100.000,-€ als Meistgebot
Von den 80.000,-€ sind einfach gerechnet hälftig 40.000,-€ aufgrund der Sicherungsabreden des Darlehensvertrag an den Schuldner auszukehren. Die restlichen 40.000,-€ dürften Ihnen selbst zustehen aufgrund der Pfändung der Rückgewährsansprüche.
Die Sparkasse selbst wird keine Anmeldung vornehmen und vermutlich auf eine Zuteilung verzichten.


- was passiert nach der Versteigerung , wird die Grundschuld von Amts wegen gelöscht?
…nur dann, wenn diese außerhalb des GG steht und nicht bestehen bleibt…

- müssen wir als betreibende Gläubiger noch auf was achten im ZV Termin ? müssen irgendwelche Anträge gestellt werden ? weil wir ohne Anwalt sind.
….Anwälte haben i.d.R. Nichts mit Zwangsversteigerungen zu tun und können ihnen keine Hilfe sein.

- wie verhält es sich mit der 7/10 u. 5/10 Grenze können wir 5/10 Bieten oder gibt es hier Versagungsgründe seitens der Rpfl. oder können wir das betr.Gläubiger bestimmen ?
Falls sie die einzig betreibende Gläubigerin sind, bestimmen sie auch ob ein Zuschlag auf ein Gebot erteilt werden kann oder nicht. Wichtig: Eine Verfahrenseinstellung ist immer vor der Zuschlagserteilung zu erklären, was auch im Termin möglich ist. Verpassen sie diesen Zeitpunkt und der Zuschlag wird erteilt, ist dieser kaum anfechtbar.

- müssen wir Sicherheitsleistung erbringen wenn wir Bieten wollen ?
Dann, wenn der Schuldner selbst im Termin anwesend ist und Sicherheit bei der Abgabe ihres Gebotes verlangt…

- kann der Schuldner dem Verfahren noch Beitreten , ich glaube nicht oder ?
Wenn es sich wie sie sagen um eine ZV handelt und nicht um eine TV, kann ein Schuldner nie dem eigenen Verfahren gegen sich selbst beitreten….

- was kann der Schuldner noch für Schwierigkeiten machen oder ist das jetzt nicht mehr möglich weil der Termin zur ZV schon fest steht ? alle Möglichkeiten wurden ja schon im vorwege versucht seitens des Schuldner
ich glaube das jetzt alle Rechtsmöglichkeiten gegen dem AG / Rpfl. erledigt sind oder ?

Der Schuldner kann immer Schwierigkeiten machen. Häufig durch die Beauftragung sogenannter „Versteigerungsverhinderer“ die für Handgeld dem Schuldner das Blaue vom Himmel versprechen und im Termin gezielt „ Störanträge“ stellen um Bieter und den Rechtspfleger zu verunsichern, was leider häufig auch Erfolg hat….

Vicky
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Re: Zwangsversteigerung eines 1/2 ideellen Miteigentumsanteil

Beitragvon Vicky » 27.05.2022, 19:30

Vielen Dank für die Antworten schon mal.
Das mit der Grundschuld verstehe ich nicht ganz , Sie schreiben es kommt darauf an ob die Grundschuld bestehen bleibt - wie kann ich das feststellen ob die Grundschuld bestehen bleibt ?

Und angenommen die Grundschuld würde bestehen bleiben wie in Ihrem Bsp. dann dürfte doch bei Verteilung für den Schuldner nichts abfallen weil wir seine Rückgewähransprüche gepfändet haben , und die andere hälfte haben wir ja bereits von der Ex Frau bekommen also alles bei uns oder wie ist das ?

Unser Interesse ist das wir die andere hälfte Ersteigern möchten die jetzt zur Versteigerung ansteht - 1/2 ideeller hälftiger Miteigentumsanteil normalerweise dürfte es doch wohl kaum Bieter hierfür geben oder wie schätzen Sie das ein.

Vicky
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Re: Zwangsversteigerung eines 1/2 ideellen Miteigentumsanteil

Beitragvon Vicky » 27.05.2022, 19:47

und wenn der Schuldner nicht Beitreten kann , aber im Termin anwesend ist kann er Sicherheitsleistung verlangen warum? nur weil er Beteiligter ist oder warum .

Addi
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Re: Zwangsversteigerung eines 1/2 ideellen Miteigentumsanteil

Beitragvon Addi » 28.05.2022, 10:05

Gläubiger und Schuldner sind in diesem Verfahren gleichberechtigt.
Jeder, der bei nicht Zahlung des Meistgebotes, etwas erhalten würde und durch die Nichtzahlung einen Ausfall erleidet, hat ein Antragsrecht SL zu verlangen.
Gerade bei nicht mehr voll valutierenden Grundpfandrechten hat der Schuldner/Eigentümer einen auf diesen übergegangenen Erlösanspruch, ist somit bei Nichtzahlung des baren Meistgebots benachteiligt und erhält somit ein Antragsrecht.


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