TV - eigene Investitionen ins Haus "retten" ??

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Moderator: Alfred_Hilbert

Teasy
Beiträge: 2
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TV - eigene Investitionen ins Haus "retten" ??

Beitragvon Teasy » 23.08.2021, 15:21

Hallo in die Runde,
meine Eltern haben im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge ein EFH mit Grundstück zu je ½ an 2 Kinder übertragen. Es gibt keine Belastungen/Rechte von Seiten Dritter.
Der Miteigentümer hat sich weder an den Unterhaltungskosten während des Leerstandes noch an den Sanierungskosten beteiligt. Er war jahrelang abgetaucht und hat auf Nichts reagiert. Meine Aufforderungen zur ½ Kostenbeteiligung blieben ohne Reaktion. Ich habe sämtliche Kosten für Unterhalt und Sanierung alleine getragen und sehr viel im Haus gearbeitet. Um alles finanziell zu stemmen, wohne ich seit einigen Jahren im Haus und habe die gesparte Miete in die Sanierung investiert.
Nun hat die andere Partei zu hohe Forderungen für den Erwerb ihres ½ Anteils aufgestellt. Ich habe noch Rechte aus ausgleichspflichtigen Vorempfängen aus dem Nachlass der Eltern, die einfach nicht gezahlt werden und die ich verrechnen wollte. Es gibt ein Gutachten aus 2012 und dieser Verkehrswert als Basis für eine Ausgleichszahlung wird nicht akzeptiert. Die Gegenpartei hat nun eine TV eingeleitet. Das Verfahren steht noch am Anfang (es ist noch kein Gutachten seitens des Gerichts beauftragt).

1. Wie kann ich meine Investitionen retten (ca. 100.000 Euro Rechnungen auf meinen Namen bzw. per Kaufquittung nachweisbar)?

2. Kann ich meine Arbeitsleistung (Renovieren, Gartenpflege, Hausverwaltung etc.) abrechnen, wäre ein Stunden(Hilfsarbeiter)-lohn von 18 Euro akzeptabel und kann ich Zinsen geltend machen?
3. Kann ich jetzt noch beantragen, dass nur die Hälfte des 2. Eigentümers (Gegenpartei) zur Versteigerung kommt (ich möchte das Elternhaus behalten)?

4. Falls die Investitionskosten den Verkehrswert erreichen bzw. übersteigen, kann ich dann die Einstellung des Verfahrens beantragen?

5. Wenn aufgrund der Vorempfänge der Gegenpartei, meiner Forderungen und den Verfahrenskosten kein Auseinandersetzungsguthaben übrigbleiben würde, wäre dann ebenfalls ein Antrag auf Einstellung erfolgversprechend?

Bin für alle strategischen Hinweise und Tipps sehr dankbar, da ich für meine Problemstellung weder im Internet noch bei einem Erbrechtsanwalt fundierte Hilfe finden konnte. Vielen Dank für’s lesen!

Addi
Beiträge: 785
Registriert: 22.10.2014, 10:00

Re: TV - eigene Investitionen ins Haus "retten" ??

Beitragvon Addi » 23.08.2021, 18:30

.....natürlich können in diesem Forum keine strategischen Tipps erteilt werden, sondern nur allgemeingültige Fragen beantwortet werden.

Nochmals, eine TV dient einzig dem Zweck eine nicht teilbare Immobilie in einen Geldwerten und teilbaren Erlös umzuwandeln.
Die Teilung des Erlöses ist wiederum einzig und allein die Aufgabe und Verpflichtung der alten Eigentümer. Diese müssen übereinstimmend erklären, wie der Erlös verteilt werden soll. Wenn der andere Teil Ihre Aufwendungen nicht anerkannt oder akzeptiert, kann ein „ Mehr“ an Sie nicht verteilt/ausgezahlt werden.
Der Erlös wird sodann vollständig nach Abzug der Verfahrenskosten bei Gericht förmlich hinterlegt.
Entweder man einigt sich im Nachhinein über die Auskehrung des Erlöses oder Sie müssen entsprechend auf Auszahlung klagen....
Eine andere (legale) Lösung wird Ihnen niemand anbieten können....

KlausB
Beiträge: 29
Registriert: 28.02.2021, 19:25

Re: TV - eigene Investitionen ins Haus "retten" ??

Beitragvon KlausB » 09.09.2021, 20:47

Hallo Teasy, wir haben das durch, mit 16 Eigentümern. Erst als auch der Letzte verstanden hatte, daß wir uns am Ende nicht mehr ums Grundstück, sondern ums Geld streiten werden, waren alle bereit einzulenken. Du solltest deinem Miteigentümer das einimpfen. Der Erlös aus einer TV wird so lange vom Gericht zurück gehalten, bis ihr euch über die anteilige Auszahlung einig werdet. Das Gericht sagt nämlich nicht, jeder bekommt Summe X. Das Gericht hebt nur den Erlös für euch auf. Du kannst all deine Forderungen auflisten und deinem Miteigentümer bescheinigen, daß es Jahre dauern und Nerven kosten wird, wenn ihr euch ums Geld streitet. Dann lieber so einigen, kurz und schmerzvoll. VG

Teasy
Beiträge: 2
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Re: TV - eigene Investitionen ins Haus "retten" ??

Beitragvon Teasy » 14.09.2021, 13:50

Hallo und danke für jede Kommentíerung. Leider ist der Miteigentümer mehr als "UNEINSICHTIG" - wie dem auch sei; ich werde um meine Investitionen kämpfen und diese Forderungen bei Gericht anmelden.


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